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Source: CTNews.com
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Digital Lifestyle und Medizin – Wie ein Herz aus dem Drucker ein kleines Leben rettete

GRIGFFIN2 Credit: REUTERS/Family Handout

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Mithilfe modernster 3D Drucktechnik konnte ein nahezu perfektes Replikat eines Baby-Herzens erzeugt werden. Dieses wurde für die Behandlung eines zwei Wochen alten Säuglings mit schweren Herzfehlern im Morgan Stanley Krankenhaus in Manhattan genutzt. Auch in anderen medizinischen Feldern liefert die Technologie schon jetzt beeindruckende Ergebnisse.

Dabei wurde das Replikat nicht etwa eingepflanzt, sondern für die behandelnden Ärzte als Modell verwendet, um die sehr komplizierte Operation an dem Organ zu proben. „Das Herz des Säuglings hatte Löcher, nicht unüblich bei angeborenen Herzfehlern, aber zusätzlich lagen die Herzkammern in einer ungewöhnlichen Position, etwa wie bei einem Labyrinth. Früher hätten wir deshalb einen Herzstillstand erzwingen müssen, um zu sehen was zu tun ist. Dank dieser neuen Technologie war es so, als hätten wir eine Karte die uns den Weg zeigt. So war es uns gelungen das Herz des Säuglings in einer Operation zu reparieren“, sagte Dr. Emile Bacha, der leitende Chirurg, dazu.

Schon früher in diesem Jahr war es auch chinesischen Ärzten des Xijing Krankenhauses in Xian gelungen, die Schädeldecke eines Patienten wiederherzustellen. Diese war nach einem Arbeitsunfall auf der einen Seite eingefallen. Hierbei nutzten die Chirurgen die unverletzte rechte Seite des Schädels, um so eine Symmetrie wiederherzustellen. Laut Angaben der behandelnden Ärzte soll so auch ein Teil der verlorenen Kommunikationsfähigkeit des Bauarbeiters zurückkehren.

Auch im Bereich von Prothesen bietet die neue Technologie große Möglichkeiten. So fördert etwa die Online-Organisation e-NABLE mit rund 1500 Volontären den Fortschritt in dieser Technik. Der Gründer, Jon Schull – Forscher am Rochester Institut in New York, sagt zu dem Projekt: „Traditionell kosten Prothesen etwa 40,000$. Wir nutzen die Kraft von freiwilligen Helfern und geben Prothesen kostenfrei heraus.“ Die Prothesen aus dem 3D Drucker kosten zum Vergleich bei der Herstellung 50$ pro Stück, sind aber noch nicht so ausgereift wie traditionelle Modelle.

So stehen in diesem Feld des digitalen Wandels sicher noch große Fortschritte an, aber schon jetzt verbessert die Technologie das Leben vieler Menschen weltweit.

About Moritz Strittmatter

Hat seinen Master-Studiengang über Internationales Recht und seinen Bachelor in Internationalen Beziehungen in Sheffield, England abgeschlossen. Seit Anfang 2015 ist er leitender Redakteur bei myDLS.de.

One comment

  1. krass, wahrscheinlich „einfach“ mal schnell das Ultraschallbild als 3D-Modell erstellt. Was für eine Zeit!

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